Vereinsreise 2012

Vereinsreise 2012Reise in die Innerschweiz

Schon wieder ein Jahr vorbei. Es stand bereits wieder die Vereinsreise auf dem Programm. Am 15. September 2012, spätestens um 07.00 Uhr mussten die Teilnehmenden am Bahnhof Selzach antraben. Es war noch etwas kühl am Morgen, die meisten werden sich jedoch sicher bis spätestens nach dem „Zvieri" wieder erwärmt haben. Mehr dazu im Verlaufe des Berichts. Alle warteten natürlich gespannt darauf, was sich Daniel Hutter in diesem Jahr ausgedacht hat. Mit dem Zug, fahren wir Richtung Zug. Dort erwarten uns eine Altstadtführung, ein Mittagessen auf dem Schiff und die Demonstration der Herstellung von Zuger Kirschtorten.

In Zug angekommen, warteten wir auf unseren Stadtführer Klaus Frick, ein pensionierter Lehrer. Er führte uns in 1 ½ Stunden quer durch die Stadt Zug. Die Führung begann am Seeufer der Vorstadt. Hier erzählt er uns ein trauriges Kapitel der Stadt. Erstmals 1435 wurde die Stadt Zug, damals lebten zwischen 400-500 Personen in der Stadt, von einer schweren Katastrophe heimgesucht. Die unterste der drei Altstadtgassen, als "niedere Gasse" bezeichnet, welche direkt am Ufer lag, stürzte ein und versank im See. Bei diesem Unglück verloren 60 Menschen ihr Leben, 26 Häuser waren von diesem Einsturz betroffen. Das zweite Unglück folgte im Jahre 1887 als die sich damals in der Zuger Bucht im Bau befindende Uferpromenade einbrach und Häuser und Menschen mit sich in den See riss. Bei dieser Katastrophe ertranken 11 Personen. Der Weg führte uns anschliessend am riesigen Parlamentsgebäude vorbei. In diesem fand im Jahre 2001 ein furchtbares Attentat statt, bei welchem 14 Politiker/innen, aus Hass, erschossen wurden. Weiter ging es zur „Münz". Dieses Gebäude hat eine schöne bemalte Fassade. In der „Münz" wurde von 1609 bis 1718 das Zuger Geld geprägt. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Zug, die Burg wurde ebenfalls kurz besichtigt. Sie war mittelalterlicher Sitz der einstigen Obrigkeit und deren Vertreter, der Lenzburger, Kyburger und Habsburger. Nach dem Beitritt Zugs zur Eidgenossenschaft 1352 gelangte sie in Privatbesitz und diente in den folgenden Jahrhunderten bedeutenden Zuger Familien als repräsentativer Wohnsitz.

Gegenüber der Burg, und mit direktem Zugang liegt die Kirche St. Oswald. Wir betraten die Kirche und nahmen alle auf den Bänken Platz, natürlich nicht um zu beichten. Obwohl, mit 6 Beichtstühlen hätte es genug Platz gehabt um eine allgemeine Beichtrunde abzuhalten. Der Stadtführer widmete seine Erzählungen jedoch dem eindrücklichen Kirchenschiff und dem Altar.

Weiter gings durch die Altstadt. In der oberen Gasse befindet sich zwischen den Häusern das schmale „Schissigässli". Dort landeten Rüstabfälle aus den Küchen und die Inhalte der Nachttöpfe, welche am Morgen aus dem Fenster geleert wurden. Der „Zytturm" ist das Wahrzeichen schlechthin von Zug und 52 m hoch. Auf der Vorderseite erkennt man zwei Uhren. Eine, die obere, zeigt die Zeit an, auf der unteren erkennt man den Monat, Wochentag, Mondstand und das Schaltjahr. Unter dem mittleren Fenster befindet sich eine Kugel die sich dreht und so den Mondstand anzeigt. Bei Neumond ist diese schwarz und bei Vollmond präsentiert sich diese in Gold.

Weiter ging es zum Rathaus. Im 2. Stock befindet sich der Ratssaal. Dieser ist mit vielen Holzschnitzereien verziert. Die massive Eingangstüre ist mit nicht minder massiven Beschlägen versehen. Über dem Eingang hat es ein Relief, welches Christus vor Pilatus darstellt, welcher seine Hände "in Unschuld" wäscht.

Es ging dann Richtung Schiffsanlegestelle. Dort bestiegen wir um 12.00 Uhr die MS Zug. An Bord wurden wir dann verköstigt. Kalbsbraten an einer Morchelsauce mit Kroketten und Gemüse. Der Nachservice sowie das Dessert durften natürlich nicht fehlen. Die Route führte uns von Zug -> Cham -> Buonas -> Oberwil b. Zug -> Risch -> Rothenbach -> Immensee -> Walchwil -> Arth am See und wieder zurück nach Zug. Das Wetter war herrlich, auch wenn ein kühler Wind über den See wehte.

Nach einer Stunde, welche die Teilnehmenden individuell gestalten konnten, führte uns der Weg Richtung Bahnhof zur Confiserie Speck. Vor den Toren der Produktionsstätte wurden wir von der Lehrtochter (2. Lehrjahr) der Confiserie Speck begrüsst. Sie begann mit der Geschichte der Confiserie. Sie wurde 1895 gegründet, wird heute in der 4. Generation geführt und beschäftigt rund 60 Mitarbeitende. Mittlerweile hat das Unternehmen 4 Standorte in der Stadt Zug wo je nach Standort von Brot, Crêpes bis Glace alles angeboten wird. Im speziellen natürlich die Kirschtorte in verschiedenen Grössen. Nun ging es mit der Führung los. Eine steile Treppe führte uns als erstes in den Kirschkeller. Der Geschmack in diesem Raum war nicht jedermanns Sache. Für die Kirschtorte wird ausschliesslich reiner Zuger Kirsch verwendet. Es ging wieder hinauf in die Backstube wo auch die Leitungen aus dem Kirschkeller hinführen. Mit gekonnten Handgriffen demonstrierte uns die Lehrtochter wie die Zuger Kirschtorte hergestellt wird und wie kleine Schönheitsfehler kaschiert werden und wie ein perfekter Japonais-Boden hergestellt wird. Das Biskuit einer normalen Kirschtorte wird mit 2.5 dl Zuger Kirsch getränkt.

Nach der Demonstration der Herstellung durften wir alle im Tea-Room von der Zuger Spezialität probieren. Soviel sei gesagt, die Zuger-Kirschtorte war super fein!!!

Nach der Führung hatten die Teilnehmenden rund eine Stunde Zeit, die Stadt wieder auf eigene Faust zu erkunden. Um 18.00 Uhr versammelten wir uns dann wieder beim Bahnhof. Die Rückreise führte uns via Rotkreuz und Aarau zurück nach Solothurn bzw. Selzach.

Erneut plante und führte Daniel Hutter eine schöne und interessante Vereinsreise. An dieser Stelle sei ihm ein herzlicher Dank ausgesprochen.