Vereinsreise 2008

Vereinsreise 2008Mit dem Zug und zu Fuss - über und auch unter Tage  

Am Samstag, 20. September 2008 trafen sich die zahlreichen Teilnehmer der Vereinsreise beim Bahnhof Selzach. Das Wetterglück stand auf unserer Seite, auch wenn die Aussentemperatur mit 6 Grad nicht gerade einladend war. Auch in diesem Jahr konnte Dani Hutter als Reiseführer engagiert werden. Mit dem Zug fuhren wir vorerst nach Neuchâtel, wo wir umsteigen mussten. Die Vereinsreise führte in diesem Jahr nämlich ins Val-de-Travers. Also fuhren wir anschliessend mit dem Regionalzug bis zur Station Champ-du-Moulin. Doch hier gab es nicht etwa bereits Kaffee und Gipfeli, nein es war der Ausgangspunkt für eine kurze Wanderung durch die Areuseschlucht  (Les Gorges de l'Areuse) in Richtung Noiraigue. Vom Ausgangspunkt hatten wir eine sehr gute Sicht auf den Creux-du-Van. Diese eindrückliche Felsformation mit einem Kilometer Durchmesser hat die Natur durch Erosion zu einem imposanten Amphitheater geformt. So folgten wir anschliessend der Areuse und durften dabei die Schönheiten der Natur bewundern.

Vereinsreise 2008Nach gut einem Drittel der Wegstrecke verteilte Reiseleiter Dani die dringend nötige Zwischenverpflegung in Form einer kleinen Tafel Militärschokolade. Neu gestärkt ging es danach zum Einstieg in die enge Schlucht. Über einen schmalen Fussweg, Treppen und Brücken durchstiegen wir den engsten Teil der Schlucht. Für einige Personen war dieser Streckenabschnitt eine persönliche Sonderleistung, mussten doch die eigenen Ängste überwunden werden. Die Gesamtstrecke der Wanderung betrug ungefähr 4 Kilometer, welche wir in einer guten Stunde zurück legten. In Noiraigue angekommen war es nun wirklich Zeit den wohl verdienten Kaffee im Restaurant l'Auberge zu geniessen.

Die Weiterfahrt erfolgte nach der grosszügigen Pause wieder mit dem Regionalzug bis zur Station La Presta. Diese Station liegt in der unmittelbaren Nähe der Asphaltminen (Mines d'asphalte). Kaum bei den Minen angekommen ging es bereits auf den Rundgang. Theo, unser Führer für den Rundgang durch die Mine, erklärte uns zuerst im Museumsteil auf eine interessante und humorvolle Art die Geschichte des Naturasphalts, welcher nicht etwa mit Teer verwechselt werden darf.

Vereinsreise 2008Anschliessend mussten alle einen Schutzhelm fassen und die Besichtigungstour durch den neueren Teil der Mine, wo noch bis 1986 industriell Asphalt abgebaut wurde, konnte nun beginnen. Nur im Lichtschein der Taschenlampen führte uns Theo durch das acht Grad warme Labyrinth der Mine. Der Rundgang war einen Kilometer lang und uns wurde dabei auf eine eindrückliche Weise vor Augen geführt, wie hart die Arbeit unter Tage gewesen sein musste.

Den Besuch der Asphaltmine beendeten wir mit einem gemeinsamen Mittagessen. Es gab Aspaltschinken, einen in Asphalt gekochten Schinken. Die Minenarbeiter haben diesen früher nur am 4. Dezember zum Tag der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, gekocht. Als Beilage gab es Bohnen und Kartoffelgratin. Dazu wurde roter Neuenburgerwein oder aber das spezielle Asphaltbier (dunkles, ungefiltertes Bier) getrunken. Zum Dessert wurde eine feine Glace mit Absinth gereicht. Ein Kaffee oder Espresso rundete das feine Mittagsessen ab.

Vereinsreise 2008Der Absinth, auch unter dem Namen Grüne Fee bekannt, war dann auch das Thema beim nachmittäglichen Besuch einer Distillerie in Môtiers. Die Absintherie du Père François ist auch ein kleines, mit viel Liebe eingerichtetes Museum. Der 70jährige François hat nach der Legalisierung des Wermuthsgetränkes im Jahre 2005 wieder mit der Herstellung begonnen. Die Destillation des Alkohol-Kräuter-Sudes dauert 7-8 Stunden. Der fertige Absinth weist dann zwischen 53 - 73 Volumenprozent Alkohol auf. Der Absinth konnte nach der Besichtigung vor Ort degustiert werden. Dabei wurden auch kleine Blätterteigstückchen mit Speckwürfeli serviert. Wem der Absinth gemundet hat, der konnte gleich den nötigen Nachschub für zu Hause einkaufen.  So kam es dann auch, dass einige Teilnehmer der Reise die Absinthdistillerie in einem fröhlicheren Zustand verliessen als sie diese betreten hatten.

Auf der Rückfahrt nach Selzach musste sich Reiseleiter Dani dann auch noch von der übrig gebliebenen Militärschokolade trennen. Die diesjährige Vereinsreise war interessant und abwechslungsreich gestaltet worden. So kamen weder der sportliche, noch der kulturelle und auch nicht der kulinarische Teil zu kurz. Also rundum eine gelungene Sache. Wir können uns also bereits heute wieder aufs nächste Mal freuen.