Eidgenössisches Hornusserfest 2012

Eidgenössiches Fest 2012 in LyssEidgenössisches Hornusserfest Lyss

17./18. August 2012

Am Freitag, 17. August war es nun endlich so weit, der Saisonhöhepunkt, ja der absolute Höhepunkt eines jeden Hornussers stand an – das Eidgenössische Hornusserfest.

Mit einer wirklich guten Vorbereitung, aber einigen unfallbedingten Ausfällen reisten wir nach Lyss. Bezüglich der Erwartungen waren wir uns einig, dass wir uns im vorderen Mittelfeld klassieren möchten. Entsprechend motiviert gingen wir also auf Ries 8 ans Bocksetzen. So viele helfende Hände konnten schon lange nicht mehr beim Bocksetzen eingesetzt werden – jeder half mit einen für uns nahezu perfekten Bockstand bereitzustellen. Sicherlich machte uns die Hitze dieses Unterfangen nicht leicht, war es doch bereits um 12:00 Uhr 28 Grad. 

Schweissgebadet versuchten wir uns am Schatten auf das kommende Spiel zu konzentrieren. Uns allen war klar, dass wir gut vorbereitet sind und keine Angst vor diesem Fest haben müssen.

Eidgenössiches Fest 2012 in LyssDa kam der Böllerschuss und wir eröffneten das 36. Eidgenössische Hornusserfest in Lyss gegen die Hornusser aus Diessbach b/B. Irgendwie war aber plötzlich eine grosse Unsicherheit in der Mannschaft vorherrschend. Zu viele Fehlstreiche mussten notiert werden und die sonst stützenden langen Streiche konnten auch nur in geringer Anzahl notiert werden. Nach dem Auftakt notierten wir Riese von lediglich 158 und 176 Punkten. Somit blieben wir weit unter unseren Erwartungen.

Im Ries sollte es uns dann auch nicht besser ergehen. Bereits den ersten Streich mussten wir uns als Nummer notieren lassen. Diese Nummer schockierte uns derart, dass wir fortan enorme Mühe bekundeten die heranfliegenden Hornusse zu sehen. Bis zur Halbzeit des ersten Spieltages hatten wir bereits drei Nummern auf unserem Nummernkonto. Die Moral war sichtlich getrübt und konnte nur schwer wieder angehoben werden. Da aber jedem bewusst war, dass noch lange nicht alles verloren ist, rafften wir uns auf und konnten unsere Schlagleistung leicht steigern. Mit Riesen von 172 und 187 Punkten kamen wir langsam an die erwarteten Schlagpunkte heran und totalisieren am ersten Tag 693 Punkte.

Im Ries wollten wir die Arbeit nun auch besser verrichten. Doch erneut mussten wir uns den ersten Streich als Nummer notieren lasse. Die Moral schwand nun endgültig und leider liessen sich zu viele von uns fast gänzlich fallen. Obwohl wir erneut alles daran setzten, die heranfliegenden Hornusse zu sehen und auch abzuwehren fanden noch vier weitere Hornusse den Weg neben an den Schindeln vorbei ins Ries. Am Ende des ersten Tages belegten wir mit 8 Nummern und 693 Punkten den 31. Zwischenrang von 32 teilnehmenden Mannschaften der 5. Stärkeklasse.

Uns allen war klar, dass es am Samstag Morgen nicht so weitergehen kann. Jeder übte Selbstkritik und wollte seinen Teil dazu beitragen, dass es trotz der grossen Bürde, welche wir zu tragen haben, besser laufen wird.

Die Selbstkritik schien zu wirken. Bei etwas angenehmeren Temperaturen starteten wir am Samstag Morgen auf Ries 16 in den Wettkampf. Unser Gegner hiess Aefligen. 

Die Anzahl der Fehlstreiche konnte massiv gemindert werden und entsprechend war auch die Stimmung besser. Mit Riesen von 200 und 193 Punkten konnten die erwarteten Leistungen nun klar erfüllt werden. Dies gab uns trotz der schweren Bürde des Vortages wieder Mut.

Im Ries kämpften wir dann tapfer um jeden heranfliegenden Hornuss. Doch leider musste wir einen trotz grossem Einsatz passiern lassen. Die Motivation konnte aber dennoch hoch gehalten werden. Bis zur Halbzeit blieb es dann bei dieser einer Nummer.

Eidgenössiches Fest 2012 in LyssNun ging es für uns zum letzten Mal an diesem Fest an den Bock. Dieser Moment ist glaublich für alle Hornusser immer wieder eine spezielle Herausforderung, denn mach einer kann seine gute Ausgangslage noch in den Sand setzten und andere können noch die entsprechenden Punkte für den begehrten Kopfkranz oder die nicht minder begehrte Zweitauszeichnung schlagen. Die Stimmung war trotz der zunehmenden Hitze immer noch gut, die Nervosität aber stieg beim einen oder anderen doch ein wenig an. Erneut konnten wir eine gute Schlagleistung zeigen. Obwohl sich erneut einige ungeliebte Streiche einschlichen, konnten wir erneut sehr gute Riese notieren lassen. Mit 188 und 190 Punkten erreichten wir ein Tagestotal von 771 Punkten, also beinahe 100 Punkte mehr als am Vortag.

Nun stand nochmals und zugleich letztmals die Reisarbeit an. Die Absicht war klar, es sollte bei diesen neun Nummern bleiben. Doch diese Absicht hielt nicht lange stand, gerademal ein Streich. Und genau dieser erste Streich war es wieder, welcher uns als Nummer geschrieben werden musste. Nun wurde die Bürde zu schwer, die Moral gänzlich gebrochen. Obwohl wir immer noch um jeden Hornuss kämpften, wurden die Augen müde, die Beine schwer und die stetig zunehmende Hitze unerträglicher. Bis zum Schluss des Spiels mussten wir noch zwei weitere Nummern schreiben lassen.

Mit 12 Nummern und 1464 Punkten belegten wir letztlich den 32. und somit letzten Schlussrang in der 5. Stärkeklasse.

Die Enttäuschung bei uns war gross. Die Erwartungen konnten in keiner Art und Weise erfüllt werden. Mit einem derart schlechten Abschneiden hat niemand auch nur in seinen schlimmsten Gedanken gerechnet, denn die Vorbereitungen gingen gut, evtl. zu gut. Doch der wirklich coole Erinnerungspreis vermochte die Stimmung der Mannschaft deutlich zu heben und schon wurde über das nächste Eidgenössische Fest diskutiert. Dort wird sicherlich alles besser.

Eidgenössiches Fest 2012 in LyssBei den Einzelschlägern gab es einen kleinen aber deutlichen Lichtblick. Zum einen ganz klar die Nachwuchshornusser. Sowohl Kevin Bläsi wie auch Emrah Ari bestritten in ihrem jungen Alter ihr erstes Eidgenössische. Dabei zeigte Emrah sowohl im Ries wie auch am Bock eine super Leistung. Mit den Streichen 7,8,5,7,7,4,2,7 erreichte er hervorragende 47 Punkte. Kevin wollten die Streiche nicht nach Wunsch gelingen. Die Nervosität war wohl ein wenig zu gross. 4 Punkte sind für ihn ganz klar zu wenig. Dafür überzeugte er im Ries. Die Voraussetzungen, dass es am nächsten Fest also besser laufen wird, sind mit diesen beiden Jungs also gegeben.

Bei den „Alten“ J , welche übrigens nicht weniger Nervös in den Wettkampf starteten konnten sich deren drei den begehrten Eidgenössischen Kopfkranz aufsetzen lassen. Roman Schaad erreichte trotz verschlafenem Start den sehr guten 20. Schlussrang. Mit den Streichen 15,15,20,18,19,19,17,18 totalisierte er 141 Schlagpunkte. Sicherlich wäre da noch mehr drin gewesen. Doch das Fest bestätigte seinen Saisonverlauf und somit ist dieses Resultat sicher als sehr gut zu bewerten. Das Ziel, sich einen rangierten Kranz aufsetzen zu lassen, erreichte er klar.

Im 23. Rang, ebenfalls ein rangierter Kopfkranz, konnte sich Rolf Reinhard aufsetzten lassen. Nach einer kurzen Auszeit vom Hornussen begann er erst vor einigen Wochen wieder mit dem Hornussen. Er arbeitete hart und konsequent an seinem Zug und konnte nun die Lorbeeren, resp. das Eichenlaub ernten. Er totalisierte mit den Streichen 16,16,19,18,18,16,16,19 sehr gute 138 Punkte.

Eidgenössiches Fest 2012 in LyssDer wohl konstanteste Hornusser in unseren Reihen, Roger Gisiger erreichte den 59. Schlussrang. Er startete mit einem Fehlstreiche ins Fest, fing sich aber sofort wieder auf. Seine Konstanz half ihm dann über diesen 13er hinweg. Trotz eines weiteren Fehlstreiches am zweiten Tag erreichte er 127 Punkte. Nebst dem bereits erwähnten Start 13er konnte er sich noch 18,17,18,17,11,18 und 15 notieren lassen. Wenn man konstant lange Streiche schlagen kann, kann auch der eine oder andere kürzere Streich verkraftet werden. Dieses Kredo verfolgt Roger bereits seit vielen Jahren erfolgreich.

Nebst den Kopfkränzen konnten wir auch zwei Zweitauszeichnungen in Empfang nehmen. Beide Hornusser sind sicherlich im ersten Moment enttäuscht „nur“ mit diesem Preis nach Hause zu reisen, hätte doch beide das Potenzial für einen Kopfkranz, doch auch sie werden ihre Freude und Genugtuung daran noch finden.

Baykut Ari, genannt Byk, hatte zwar auch eine sehr durchzogenen Saison. Doch er liess sein Potenzial immer wieder durchblicken. Ein 3er am ersten Spieltag band ihn aber enorm zurück. Mit 18,14,3,17,16,18,16,13, verpasste er mit 115 Punkten den Kopfkranz lediglich um 4 Punkte.

Genau gleich erging es Tom Brugger. Auch er erreichte 115 Punkte und verpasste den Kopfkranz um lediglich 4 Punkte. Drei kurze Streiche waren leider ein zu grosser Bremser. 11,17,16,11,17,15,12,16 konnte er sich notieren lassen.

Doch auch andere Selzacher Hornusser konnten für sich gute Resultate notieren lassen. So erreichte Hansueli Wittwer trotz einer 6 am ersten Tag 102 Punkte. Auch Beat Glutz liess am zweiten Tag durchschimmern, welches Potenzial in ihm stecken würde.

Sicherlich wäre sowohl für einzelne Hornusser aber auch für die ganze Mannschaft mehr „drinn gläge“. Die gesenkten Häupter konnten aber mit dem herzlichen Empfang in Selzach wieder gehoben werden. Und beim gemeinsamen Nachtessen wurden das 36. Eidgenössische Hornusserfest nochmals in Erinnerung gerufen und es wird uns sicherlich auch in guter Erinnerung bleiben.

Der HG Lyss sei an dieser Stelle für das tadellos organisierte Hornusserfest herzlichst gedankt. Ein ebenso herzlicher Dank ergeht an das Empfangskomitee der Gemeinde Selzach.